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Islamische Religionsgemeinschaft
Körperschaft des öffentlichen Rechts

- Presseabteilung -
Pressemitteilung vom 10.03.2010
Internationale Tagung zur Imamausbildung in Deutschland
Imame und islamische Religionslehrer sollen an deutschen Universiitäten ausgebildet werden
Universität Osnabrück bietet 2010 erstes Weiterbildungsprogramm in deutscher Sprache

Am 27. Februar endete in Osnabrück eine 3-tägige internationale Tagung zur „Imamausbildung in Deutschland“. Teilnehmer waren u.a. der Minister für Inneres, Sport und Integration, Uwe Schünemann (CDU), Hans-Michael Goldmann (FDP), Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD), Prof. Dr. Bülent Ucar, Professor für Islamische Religionspädagogik (Universität Osnabrück), Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime in Deutschland) und Prof. Dr. Müfit Bahadir (TU Braunschweig) und die Islamwissenschaftlerin Dr. Marfa Heimbach.
Veranstaltet wurde der Kongress vom Zentrum für Interkulturelle Islamstudien sowie der Professur für Islamische Religionspädagogik der Universität Osnabrück in Kooperation mit dem Bundesministerium des Innern und dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Integration.

In Diskussionen und Arbeitsgruppen erörterte man die Notwendigkeit von politischem Handeln (Integration) und religiösen Fundamenten für den Islam in Deutschland (Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft, theologische Ausbildungsangebote für Frauen und Männer).

Nach Jahren der Versäumnis auf allen Gebieten ist der Erwartungsdruck hoch: Es verlange nach einem „Süper- Imam“, wenn ein Gesitlicher „alle an ihn gestellten Anforderungen erfüllen solle“ so beispielsweise das Resümee von Prof. Dr. Ucar, „ein Imam hat nicht die Aufgabe eines Integrationsbeauftragten.“

Einen Niedersächsischen Staatsvertrag zur Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft hat Uwe Schünemann in Aussicht gestellt. Gleichzeitig betonte er jedoch, ein solcher sei keine Voraussetzung für die sehr modernen Ziele der Universität Osnabrück.

Die Uni Osnabrück bietet ab dem Wintersemester 2010 das erste universitäre Weiterbildungsprogramm für Imame in deutscher Sprache an. Dabei werden Schwerpunktmäßig vermittelt:

  1. Ausreichende Deutschkenntnisse, um sich ohne Schwierigkeiten verständigen und auch theologische Inhalte auf Deutsch wiedergeben zu können
  2. Informationen über Geschichte, Politik, Recht und Gesellschaft. “Gerade die dritte Generation muslimischer Migranten wünscht sich Hilfe von Imamen bei der Lösung von Alltagsproblemen”, so Ucar.
  3. Pädagogische Kenntnisse für die Gemeindearbeit und den interreligiösen Dialog

An dem Fortbildungsprogramm unter Leitung des Innenministeriums sind das Kultus- und das Wissenschafts- Ministerium, das Bundesamt für Migrations und Flüchtlinge (BAMF), die Universität Osnabrück sowie weitere Wissenschaftler beteiligt. Mit den islamischen Verbänden wird ebenso ein intensiver Dialog geführt. Laut Prof. Dr. Bület Ucar ist es das Ziel, “..neben der Katholischen und Evangelischen Theologie eine nach europäischen Maßstäben konzipierte Islamische Theologie an der Universität Osnabrück zu etablieren, die sich den Menschenrechten und der Demokratie verpflichtet fühlt”.

Die Islamische Religionsgemeinschaft dankt allen Beteiligten, allen voran Prof. Dr. Bülent Ucar für ihr außergewöhnliches Engagement. Die Universität Osnabrück ist Vorreiter und Wegbereiter für entsprechende Projekte in den anderen Bundesländern.

Satzungsgemäß ist die Islamische Religionsgemeinschaft bestrebt, die Toleranz zwischen den Weltreligionen und den dahinter stehenden in Berlin lebenden Bürgern verschiedener Nationalitäten herzustellen. Zu den wichtigsten Projekten gehören, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der muslimischen Gemeinde, die Vermittlung von fundierten Sprachkenntnissen, die Ausbildung von islamischen Geistlichen an deutschen Hochschulen und der islamische Religionsunterricht an deutschen Schulen. Damit möchte man den explosionsartigen Wachstum von kleineren Moscheen mit radikal-islamischen Tendenzen und dem Predigen veralteten Moralvorstellungen Einhalt gebieten und zu einer gelungenen Integration von den verschiedenen Herkünften beitragen.

Berlin, den 10. März 2010

Islamische Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.)
Xantener Str. 8
10707 Berlin (Wilmersdorf)

Telefon: 030 / 841 15 730
Telefax: 030 / 841 15 728
E-Mail: info@islamische-religionsgemeinschaft.de
Internet: http://www.islamische-religionsgemeinschaft.de




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