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FDP & Islamische Religionsgemeinschaft fördern die Öffnung des Islam hin zum Dialog aller Religionen und gemeinsamen Grund-Prinzipien

Die Sprecherin für Religionsgemeinschaften der FDP-Fraktion Mieke Senftleben empfing Dr. Vural von der Islamischen Religionsgemeinschaft im Berliner Abgeordnetenhaus Berlin. Ergebnis: Man ist beiderseits erfreut über gleiche, zukunftstragende Perspektiven und will weiter zusammenarbeiten.

Denn Dialog gedeiht solange die eigene Freiheit maximal bis dorthin geht, wo die des anderen anfängt. Einen proaktiven Dialog wünschen sich die Islamische Religionsgemeinschaft und Frau Senftleben zwischen allen Religionen in der Öffentlichkeit. Christen und Muslime könnten Gemeinsamkeiten nutzen und sich an einer toleranten Glaubensfreundschaft in Deutschland freuen.

Frau Senftleben war es auch, die das Urteil des Verwaltungsgerichts, das einem muslimischen Schüler das Beten in der Schule ermöglichte „ein kluges Urteil“ nannte. Das Urteil wird zwar derzeit angefochten, aber für eine Anfechtung sieht Frau Senftleben keine Möglichkeit. Sie ist unbeirrt bezüglich der grundgesetzlich verankerten Religionsfreiheit. Liberal und frei im Denken und Handeln - aber vor allem auch umsichtig und tolerant.

Die Anerkennung der freiheitlich-demokratischen Ordnung war einst die Vorraussetzung für eine Zusammenarbeit der Kulturen. Heute sind wir weiter und brauchen die Entwicklung eines weltoffenen Islam deutscher Prägung. Denn die deutschen Muslime können nur Hand in Hand mit dem Staat schaffen, was uns allen Freiheit, Gleichberechtigung und Erfolg im Zusammenleben bringt.

Dazu muss erstens der Islamunterricht öffentlich und mit entsprechend hohem staatlichen Niveau angeboten werden. So wird Kindern und Jugendlichen ihre Religion mit anerkannt pädagogischer Qualität vermittelt.

Zweitens werden nun endlich islamische Geistliche und Religionslehrer, wie jüdische und christliche Kollegen an öffentlichen theologischen Fakultäten studieren. Derzeit sind die Curricula für Islamische Studien in Planung und die Standorte für Fakultäten Islamischer Theologie werden abgewägt. Natürlich engagiert sich auch die Hauptstadt.

Bis vor Ostern will die FDP den Antrag für die Theolgische Fakultät an der Humboldt Universität gestellt haben.

Natürlich steht hier die direkte Unterstützung der Islamischen Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts fest. Berlin ist die Stadt, welche die zweitgrößte Anzahl an türkischen Muslimen vereint und ist außerdem Schmelztiegel für libanesische, syrische und andere Kultur-Islame.

Hier können Muslime und Staat leicht einen deutschen Islam der konstruktiven Verständigung und der modernen Toleranz entwickeln. Vertrauen in eine Zusammenarbeit macht den mittleren Weg möglich.

Der Staat muss dazu mit allen muslimischen Verbänden zusammenarbeiten und darf sich dennoch nicht auf diese verlassen. Denn für einen Schritt in die Mitte müssen die praktizierenden Muslime ebenso ein Stimmrecht haben, wie die Studierten als Träger von Wissen. So kann die Kontextualisierung islamischer Religionspraxis durchaus gelingen. Schließlich wird der Islam genauso wie das Christentum oder Judentum hier und heute in Deutschland gelebt. Stammen jedoch tun alle aus dem Orient. Religion und niveauvolle Bildung gehören also so unabdingbar zusammen, wie Fortschritt und Dialog.

Berlin, den 10. Februar 2010

Av. Mehmet Ayhan
Pressesprecher



Mitteilung vom 10.02.2010
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