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IRG.IRG-Pressemitteilung-2010-01-23 History

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- Presseabteilung -
Grundsatzerklärung / Pressemitteilung vom 23.01.2010
Professor Dr. Gess von der Fachhochschule Bielefeld wurde von der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.) nicht bedroht.

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Der Pressesprecher der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.) ist zur Abgabe folgender Grundsatzerklärung autorisiert:

Auf Grund der bei der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.) eingegangenen Nachfragen, die in erster Linie durch die Veröffentlichungen der Beiträge in der Internetzeitschrift "Kritiknetz" von Prof. Dr. Gess selbst ausgelöst wurden, und der überaus zahlreichen Mitteilungen von Muslimen, Angehörigen anderer Religionen und Atheisten zu diesem Thema, fand am 21. Januar 2010 eine außerordentliche Vorstandssitzung der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.) statt.

Themen dieser Vorstandssitzung war die angebliche Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.) und dem Prof. Dr. Gess von der Fachhochschule Bielefeld sowie die Prüfung der Frage, ob die Schriftsätze der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.) eine Bedrohung für Prof. Dr. Gess darstellen, und ob sich fundamentalistische Islamisten zu einem Rachefeldzug gegen Prof. Gess aufgefordert fühlen könnten.

Der Vorstand der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.), der unter der Leitung von Prof. Dr. Vural tagte, kam nach gründlicher Diskussion sowie Auswertung aller ihm vorliegenden Schriftstücke und Ermittlungen zu folgenden Auffassungen:

  1. Es gibt keine Auseinandersetzung zwischen den Professoren Dr. Gess und Dr. Vural. Es gibt auch keine Auseinandersetzung zwischen Muslimen, Angehörigen anderer Religionen und Atheisten. Diese so genannte Auseinandersetzung hat Prof. Gess selbst durch seine diesbezüglichen Artikel, in der von ihm herausgegeben Internetzeitschrift "Kritiknetz" herbeigeredet. Von den in der genannten Internetzeitschrift veröffentlichten so genannten wissenschaftlichen Erkenntnissen hat sich die Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld ebenso distanziert, wie von den diskriminierenden Äußerungen von Prof. Gess, die sehr wohl bestimmte Straftatbestände erfüllen, nämlich den der Volksverhetzung, der Beleidigung und den der Verächtlichmachung. Aus diesem Grunde fordert der Vorstand der IRG (K.d.ö.R.) die sofortige Entfernung von Prof. Gess von seinem Lehramt an der Fachhochschule Bielefeld bis zum Abschluss der gegen ihn laufenden Ermittlungsverfahren.
  2. Von den Schriftsätzen der Islamischen Religionsgemeinschaft K.d.ö.R. geht keine Gefahr für Prof. Dr. Gess aus. Es wurde in den entsprechenden Schreiben der Islamischen Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R) an die Präsidentin der FH Bielefeld und in den entsprechenden Presseerklärungen eine Bestrafung zu Recht gefordert. Aber diese Bestrafung soll natürlich auf der Grundlage des Grundgesetzes der Deutschen Bundesrepublik erfolgen. Wir verkennen nicht, dass es auch in Deutschland mit terroristischen Mitteln tätige islamische Gemeinschaften gibt. Eine der gefährlichsten ist die von Kerpen bei Köln aus operierende Milli Görüs Organisation. Nach unserer Erkenntnis, die sich mit den Erkenntnissen von bestimmten staatlichen Organen deckt, ist Professor Gess ein viel zu kleines Licht für diese Leute.

Bei dieser Gelegenheit ist uns die Nachfrage erlaubt, ob Professor Gess überhaupt schon einmal einen einzigen Drohbrief oder Drohanruf erhalten hat. Worauf stützt er seine Bedrohungstheorie überhaupt? Will er sich etwa aus Eitelkeit zu einem Salmam Raschdie machen? Ist dass der Grund für seinen Artikel, den er erst Monate nach den Interventionen der Islamischen Religionsgesellschaft (K.d.ö.R.) schreibt?

Gess weiß ganz genau, dass die Islamische Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R) ihn nicht bedroht, da sie auf rechtsstaatlicher Grundlage tätig ist. Er verkennt aber die Schädlichkeit seiner Handlungen für uns. Würde er das Programm der Islamischen Religionsgemeinschaft kennen, dann wüsste er, womit wir uns beschäftigen. Unsere Hauptaufgabe ist die Integration der in Deutschland lebenden Muslime, und hier vor allem der türkischstämmigen Muslime. Diese fühlen sich mit Recht zurückgestellt und reagieren sehr empfindlich auf Verunglimpfungen durch Deutsche.

In diesem Zusammenhang ist es überhaupt nicht förderlich, wenn Prof. Vural als muslimischer Führer von Gess bezeichnet wird. Dieses Wort ist so negativ besetzt, wie nur irgend möglich. Von Deutschland sind im vergangenen Jahrhundert zwei Kriege ausgegangen, die mit der systematischen Judenvernichtung ca. 80 Millionen Tode forderten und unermessliches Leid über alle Völker dieser Erde brachte. Und auch die Muslime wissen ganz genau, dass Deutschland ein großes Problem mit dem Neonazismus hat.

Um die Lage noch ernsthafter darzustellen, hier ein Zitat aus dem Internetforum "Manfreds politische Korrektheiten":

Ein Herr "Freidenker", der übrigens auch regelmäßig in Herrn Widmanns Forum "Islam-Deutschland.info" rassistische Parolen von sich gibt, schreibt für Herrn Gess am 16.01.2010 folgendes:

"Die Moslems haben die Volksverhetzungskeule von den Juden abgeschaut. Im Gegensatz zur Nazikeule ist die Volksverhetzungskeule sogar einklagbar, gut gell."

Professor Gess hat mit seinem so genannten wissenschaftlichen Diskurs eben die Geister gerufen, die er rufen wollte. Das kann ich allerdings nur vermuten, weil ich nicht dazu beitragen möchte, noch mehr Öl ins Feuer zu geben. Auf jeden Fall sind es die Muslime, die sich nach solchen, durch Gess hervorgerufenen Anwürfen durch deutsche Nazis bedroht fühlen.

"Grundsätzlich Recht hat Vural darin, zu beanstanden, dass der Islam eine Zwangsneurose genannt wird. Das ist eine pauschale Verunglimpfung einer Religion. Gess ist in Bezug auf Siemund Freud, auf den die Rede von Religion als einer Zwangsneurose zurückgeht, bemerkenswert textgläubig: Er nennt Freuds Behauptungen schlicht Erkenntnisse und insofern wirkt die Rede von einer Zwangsneurose eben nicht wie ein Zitat von Freud, sondern wie eine angebliche Erkenntnis. Warum Gess sich aber außer seiner Textgläubigkeit an Freud dazu wissenschaftlich berechtigt fühlt, vom Islam als Neurose zu sprechen, darüber bleibt er eine Antwort schuldig. Neurosen sind schließlich nicht Gess` Fachgebiet. Argumente, die diese Behauptung stützen und die Insofern für andere verstehbar sein können, bietet er nicht an. Das wäre gerade deswegen interessant, weil Gess meint er führe einen wissenschaftlichen Diskurs." (Zitat aus Logbuch vom 21.1.2010)

In der Tat wäre auch es auch für die Islamische Religionsgemeinschaft förderlich, eine wissenschaftliche Herleitung von Prof. Gess zu seiner Behauptung zu erhalten, der Islam sei eine kollektive Zwangsneurose.

Zwei Fragen hätten wir am Ende noch an Herrn Gess?

Warum haben Sie sich geweigert, vor der Präsidentin Ihrer Hochschule Stellung zu ihrem Vorwurf zu nehmen, sie hätten den Präsidenten der Islamischen Religionsgemeinschaft beleidigt?

Würden Sie, wenn Sie sich schon einseitig auf die Freudsche Religionskritik berufen, gegenüber allen Weltreligionen (auch den Juden) öffentlich behaupten: "Ihr Religiösen, ihr leidet alle zusammen an einer geistigen Störung, ihr leidet alle zusammen an einer Zwangsneurose."

Das wäre doch die logische Konsequenz aus ihren Behauptungen. Wenn sie sich das nicht getrauen, sind Sie wirklich ein Rassist, der bei Freud mal nachgelesen hat und dessen Zitat vollkommen einseitig auf den Islam bezieht, weil die deutschen Rassisten nach den Juden wieder mal einen Feind brauchen, diesmal den Islam.

Berlin, den 23. Januar 2010

Av. Mehmet Ayhan
Pressesprecher



Mitteilung vom 23.01.2010
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(:tableend:)




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