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Islamische Religionsgemeinschaft
Körperschaft des öffentlichen Rechts

Milli Görüs Vorstände haben das Ansehen der Muslime weltweit geschädigt
Offener Brief an die Mitglieder und Anhänger von
Milli Görüs in der Welt
von Prof. Dr. Abdurrahim Vural,
Präsident der Islamischen Religionsgemeinschaft K.d.ö.R.

Liebe Mitglieder und Anhänger von Milli Görüs in der ganzen Welt!

Mit meinen Erklärungen über die Verbrechen von Milli Görüs habe ich gerade unter den Mitgliedern von Milli Görüs eine Welle der Empörung ausgelöst. Darüber habe ich in den vergangenen Tagen viele Gespräche mit türkischen Muslimen geführt, die mir das bestätigt haben und ein guter Gradmesser ist auch das Gästebuch der Islamischen Religionsgemeinschaft K.d.ö.R..

Aus diesem Grunde will ich in diesem offenen Brief meinen Standpunkt mit wenigen aber klaren Worten nochmals darlegen.

Ich habe nichts gegen die Mitglieder und Anhänger von Milli Görüs. Vielmehr bezeichne ich sie als meine Glaubensbrüder und Glaubensschwestern im Geiste.

Mein ganzer Zorn richtet sich jedoch gegen die Zentrale von Milli Görüs in Kerpen bei Köln und gegen die Funktionäre, die wissentlich den Spendenbetrug, weswegen jetzt ermittelt wird, durchgeführt haben und wohl auch noch weiter durchführen. Mein Zorn richtet sich gegen die Funktionäre, die sich persönlich an den Spenden bereichert haben und weiter bereichern.

Im Namen Allahs (c.c.) werden die Mitglieder und Anhänger von Milli Görüs ausgenutzt. Auch dagegen richtet sich mein Zorn. Und ich will, dass meine Glaubensbrüder und Glaubensschwestern nicht mehr ausgenutzt werden. Unser Bindeglied ist der Islamische Glaube. Und diese Religion darf nicht durch einige wenige Verbrecher beschmutzt werden.

Die Vorstände von Milli Görüs müssen sofort zurücktreten, weil ihnen nicht nur Schwerstkriminalität vorgeworfen wird, sondern das verdammenswerteste überhaupt, was man einem Moslem vorwerfen kann, die Veruntreuung von in Gotteshäusern, in Moscheen gesammelten, also heiligen Geldern. Die Muslime spenden durch ihren starken Glauben gern und das wird durch die Vorstände schamlos ausgenutzt. Sie haben mit diesem Verbrechen das Ansehen der Muslime in der ganzen Welt zunichte gemacht.

Ja, es gilt bis zur Verurteilung die Unschuldsvermutung. Aber die Vorstände müssen zurücktreten, damit sie die Ermittlungen nicht beeinflussen können. In diesem Zusammenhang empfehle ich den Mitgliedern dringlich, die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zu fordern, damit eine Abwahl erfolgen kann. Ich glaube nämlich nicht, dass diese Verbrecher freiwillig das Feld räumen werden. Sie wurden auch niemals in ordentlichen Mitgliederversammlungen gewählt, sondern haben sich selbst zu Vorständen ernannt.

Was Milli Görüs jetzt braucht ist eine Selbstreinigung. Und diese Selbstreinigung kann nur von unten nach oben erfolgen. Das bedeutet, dass die Mitglieder, die sich im Namen Allahs (c.c.) haben ausnutzen lassen, sich ihrer Führung entledigen und nach einer Periode der Selbstfindung Milli Görüs neu definieren. Es gibt in der jüngeren und älteren Geschichte genügend positive Beispiele für solches Handeln in der Politik als auch in den Religionen. Milli Görüs braucht eine Wiederbesinnung zu den Grundwerten des Islam aber auch zu solchen ethisch-moralischen Grundwerten wie Toleranz, Aufklärung, Opposition und Engagement.

Abschließend lade ich Sie ganz herzlich ein, die Mitteilungen und Presseerklärungen auf der Webseite der Islamischen Religionsgemeinschaft K.d.ö.R. sorgfältig zu lesen. Vieles von dem, was in diesem offenen Brief aus gegebenem Anlass nur verkürzt dargestellt werden konnte, wurde in zahlreichen Mitteilungen schon geschrieben. Unser Gästebuch ist ein Forum des Gedankenaustausches. Wenn Sie dies beachten und möglichst Einträge in deutscher Sprache vornehmen, können wir miteinander zum beiderseitigen Vorteil reden oder besser gesagt schriftlich in Kontakt treten.

Für einen vereinten friedlichen und modernen Islam

Ihr Prof. Dr. Abdurrahim Vural

Berlin, den 8. Dezember 2009




Islamische Religionsgemeinschaft (K.d.ö.R.)
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